Rahmfladen

Stoffzelte bespannen die grüne Wiesenlandschaft. Ein paar stehen beisammen und beherbergen in ihrer Mitte ein Lagerfeuer, das einen betörenden Schwall des Holzfeuers zu mir herüber schickt. Einige Lagerbewohner in Woll- und Leinenkleidung wärmen sich an ihm und unterhalten sich dabei, wieder andere haben sich um eine lange Tafel mit Fell behängten Holzbänken gesellt. Zwischen all den ruhigen Lagern gibt es auch allerlei Spannendes zu sehen. Ein Schmied schlägt das glühende Eisen in seiner Zange auf seinem Amboss zu Hufeisen, Messern oder Nägeln und ein Falkner setzt Schaulustigen einen Adler auf den Arm. Neben rasenden Pfeilen, die nur knapp ihr Ziel aus Heu treffen, stehen Händler, die handgemachte Seifen, frischen Honig und bunten Schmuck anbieten. Bei einem Becher Met genieße ich das bunte Treiben, lausche den Melodien von Laute und Schalmei und schaue mir begeistert den Wettstreit der Schwertkämpfer an, bis mich der verführerische Duft von Rahmfladen, die über dem Holzkohlefeuer gebacken wurden, anlockt. Schon immer fand ich den Geruch des Holzkohlefeuers unwiderstehlich und somit auch allerlei Gebäck, das über ihm zubereitet wurde, sei es Flammkuchen, Pizza oder Brot.

Das Angebot eines Händlers auf dem Mittelaltermarkt

Weil ich nicht warten will, bis wieder ein Mittelaltermarkt in meiner Nähe stattfindet, habe ich die köstlichen Rahmfladen einmal selbst gebacken. Passend zur Saison habe ich sie mit Champignons und roten Zwiebeln belegt, weitere Ideen wären:

  • mit Schinken und Frühlingszwiebeln
  • mit Tomate und Mozzarella
  • mit Bärlauch und Champignons
  • mit verschiedenen Käsesorten

Deiner Fantasie sind beim Belag keine Grenzen gesetzt. Für den Teig habe ich Dinkelmehl und Vollkorndinkelmehl miteinander vermischt, du kannst aber auch nur ein helles Mehl nehmen oder beispielsweise Roggenmehl mit Weizenmehl mischen. Probier, was dir am besten schmeckt! Da ich selbst keinen Holzkohleofen besitze, backe ich meine Rahmfladen natürlich im Ofen. Für etwas urtümlichen Geschmack können sie aber nach dem Backen noch einen Moment mit dem Boden auf den Kohlegrill gelegt werden. Dafür sollten sie nicht zu stark durchgebacken sein, damit sie auf dem Grill nicht trocken werden. 

Die Menge sättigt 3 Personen. 

Du brauchst:

Für den Teig

  • 200g Dinkelmehl
  • 150g Dinkelvollkornmehl
  • 20g frische Hefe
  • 150ml pflanzliche Milch, z.B. Hafermilch
  • 1 TL Salz

Für den Belag

  • 300g Schmand
  • Salz und Pfeffer
  • Belag nach Wahl, z.B. 1 rote Zwiebel und 150g Champignons
  • Kräuter nach Wahl, z.B. Kresse oder Schnittlauch

Du beginnst mit dem Teig. 

  1. Zuerst erwärmst du die Milch. Sie sollte nicht mehr lauwarm sein, du solltest dir aber auch nicht deine Hand an ihr verbrennen. Da hinein gibst du die Hefe und löst sie durch Rühren in der Milch zusammen mit 50g Mehl auf. Diese Mischung deckst du mit einem feuchten Tuch für 10min ab. 
  2. Anschließend gibst du das übrige Mehl, das Salz und das Öl hinzu und verknetest alles miteinander zu einem gleichmäßigen Teig. Er sollte nicht trocken sein, aber auch nicht mehr kleben. Klebt er, knetest du etwas mehr Mehl unter. Ist er zu trocken, gibst du ein wenig mehr Milch dazu und arbeitest sie ein. Der Teig sollte nun wieder mit einem feuchten Tuch abgedeckt weitere 30min gehen. 
  3. Nun teilst du den Teig in etwa 6 Stücke und rollst diese zu etwa 1cm dicken Fladen aus. Du kannst auch größere Fladen wählen und nur 3 oder noch weniger Stücke daraus machen. Die Fladen legst du auf ein oder mehrere Backbleche, die mit einer Backmatte oder einem Backpapier ausgekleidet sind. 

Im nächsten Schritt belegst du die Fladen. 

  1. Dafür rührst du den Schmand cremig und schmeckst ihn mit Salz und Pfeffer ab, bevor du ihn gleichmäßig auf den Fladen verstreichst. 
  2. Anschließend schneidest du deinen Belag in die passende Form. Die Zwiebeln habe ich in Ringe geschnitten und die Champignons in Scheibchen. Damit belegst du deinen Fladen. 
  3. Danach backst du ihn für etwa 20min bei 200°C im Ofen. Nach dem Backen kannst du ihn mit frischen, gehackten Kräutern bestreuen, wenn du magst. 
Kunstvoll verzierte Holzbänke in einem Lager auf dem Mittelaltermarkt

Auf Mittelaltermärkten bekommt man die Rahmfladen oft mit einer Schicht Käse serviert. Wenn du sie ebenfalls mit Käse belegen willst, empfehle ich, den Käse direkt auf den Schmand zu streuen und den Belag auf den Käse zu legen. Auf diese Weise wird der Belag stärker der Hitze ausgesetzt und der Käse ist schön cremig, aber nicht verbrannt.

Seinen eigenen Rahmfladen zu belegen, ist übrigens auch eine tolle Idee für einen mittelalterlichen (Kinder-)Geburtstag. 🙂 Wie belegst du deinen Rahmfladen am liebsten?

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