Köttbullar – schwedische Fleischbällchen

Wann immer ich Köttbullar zubereite, schwelge ich in wunderbaren Erinnerung an das Land der urigen roten Holzhäuschen, dichten Nadelwälder und glasklaren Seen, aber auch an die geduldigen, geradlinigen Menschen, die es bewohnen – und schon würde ich am liebsten ins Auto steigen und sofort dorthin fahren. Dieses Land ist für mich ganz klar mehr als nur ein Urlaubsflirt. Die Ruhe, die Natur und die Sprache haben es mir wirklich angetan. Zu gern würde ich einmal Weihnachten dort verbringen und nach einer Wanderung durch die eisige Winterlandschaft einen heißen Glögg trinken und eine Portion Köttbullar essen, während mich das Feuer des Kamins wärmt. Köttbullar, übrigens mit einem sch zu Anfang gesprochen, nicht mit k, sind ein echter Klassiker der schwedischen Küche. Neben dem schwedischen Weihnachtsschinken sind sie auch an Jul selbstverständlich Bestandteil des julbord, dem Weihnachtsbuffet.

Hier sind ein paar Eindrücke aus unserem Schweden-Urlaub 2019. 🙂

Hartnäckig hält sich das Gerücht, Schweden würden hauptsächlich Elchfleisch verzehren, doch dem ist nicht so. Ähnlich wie bei uns ist es eher das Weihnachtsfest, zu dem Wild üblicher ist. Wenn du in diesem Jahr also keine Lust auf einen traditionellen Rehbraten mit Klößen und Rotkohl hast, wären meine schwedischen Köttbullar eine gute Abwechslung. Auch wenn du deine Familie dieses Jahr nicht besuchen kannst, bedeutet das nicht, dass du kein tolles Weihnachtsessen haben kannst. Die Fleischbällchen lassen sich gut portionieren und falls doch mal etwas übrig ist, schmecken sie am nächsten Tag auf Nudeln auch noch hervorragend. Ob du dafür Wild, Rind oder Lamm verwendest oder aber veganes Hack verarbeitest, bleibt dir selbst überlassen, schließlich sind es deine Köttbullar. Auch bei den Milchprodukten kannst du variieren. Verträgst du beispielsweise keine Milch oder Sahne, kannst du problemlos Hafermilch an ihrer Stelle verwenden. Traditionell reicht man Gurkensalat als Beilage. Im Sommer finde ich ihn als Frischekick dazu klasse, im Winter verwende ich aber lieber anderes Gemüse, wie etwa Möhren.  

Sie sehen so saftig aus, dass ich am liebsten sofort rein beißen würde.

Die Menge sättigt 2 Personen. 

Für die Köttbullar 

  • 250g Bio-Hack deiner Wahl 
  • 1 Bio-Ei
  • 1/2 trockenes Brötchen
  • 50ml Bio-Milch deiner Wahl
  • 10 Kugeln Piment, gemahlen
  • 1/2 TL Nelken, gemahlen
  • Salz und Pfeffer 

Für den Kartoffelbrei

  • 4 faustgroße Kartoffeln
  • 1-2 TL Pflanzenmargarine oder Butter
  • 100ml Bio-Milch
  • 1/3 TL Muskatnuss 
  • Salz (und Pfeffer)

Für die Sahnesoße

  • 1/2 Zwiebel 
  • 1 getrichener EL Mehl 
  • 200ml Bio-Sahne 
  • 100ml Bio-Milch
  • 1 TL Brühe, z.B. Rind oder Gemüse

Weiteres

  • Gemüse deiner Wahl
  • Preißelbeergelee
Kleine Köttbullar auf einem Bett aus Kartoffelbrei

Zuerst bereitest du die Köttbullar zu und lässt die Kartoffeln kochen. 

  1. Dafür schälst du zunächst die Kartoffeln, schneidest sie in kleinere Stücke und kochst sie in Salzwasser. 
  2. Danach zerstampfst du das trockene Brötchen in kleine Stücke und löst sie in der lauwarmen Milch auf. 
  3. Das Gemisch gibst du dann zusammen mit dem Hack, dem Ei, dem Piment, den Nelken sowie Salz und Pfeffer in eine Schüssel und verknetest die Masse gut. Sie sollte gut aneinander haften. Falls sie zu klebrig ist, gleichst du das mit etwas Mehl oder Paniermehl aus.
  4. Mit feuchten Händen formst du nun walnussgroße Kugeln aus dem Hackgemisch und brätst sie rundherum in einer Pfanne mit etwas Öl an.  Damit sie nicht so braun werden, kannst du sie von außen auch nur kurz anbraten und danach bei 200°C für circa 10min im Ofen backen. 

Im nächsten Schritt kümmerst du dich um den Kartoffelbrei und die Sahnesoße. Im gleichen Zug solltest du das Gemüse deiner Wahl zubereiten. 

  1. Für die Soße würfelst du zunächst die Zwiebel und brätst sie in einer Pfanne oder einem Topf mit Öl glasig. 
  2. Mit dem Mehl bestreust du dann die Zwiebel und gießt es mit der Sahne und der Milch auf. Danach rührst du die Brühe ein und lässt die Soße etwas köcheln, damit sie eindickt. 
  3. Nachdem du die Kartoffeln abgegossen hast, gibst du die Milch, die Margarine und Muskatnuss dazu und stampfst sie. Anschließend schmeckst du sie mit Salz und nach Belieben mit Pfeffer ab. Wenn der Brei etwas zu trocken ist, kannst du ihn mit etwas mehr Margarine schmackhafter machen. Falls er zu steif ist, kannst du ihn mit mehr Milch cremiger machen. 

Schließlich richtest du alle Komponenten auf einem Teller an und gibst 1-2 TL Preißelbeergelee an die Köttbullar. 

Auf Nudeln mit Champignons schmecken sie am nächsten Tag auch köstlich.

Schon vermisse ich Schweden wieder, aber vielleicht konnte ich dafür in dir die Lust wecken, in der Weihnachtszeit mal ein neues Gericht auszuprobieren. Was willst du in der Weihnachtszeit auf jeden Fall kochen? Lass mir gern ein paar Ideen da! 

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