Einfacher Gewürzspekulatius

Sobald ich den Spekulatius in den Supermarktregalen entdecke, freue ich mich schon ein kleines bisschen auf Weihnachten. Als ich klein war, habe ich mir voller Faszination die hübschen Bilder auf den Keksen angeschaut. Zu sehen ist bei einigen die Nikolausgeschichte, wenn sie in der richtigen Reihenfolge aneinander gelegt werden. Die meisten zeigen aber Windmühlen, Bauernhäuser oder Elefanten.


Schon seit Jahren wollte ich den Spekulatius einmal selbst backen, habe mich aber nie daran gewagt. Dabei ist er genauso einfach herzustellen wie die alljährlichen Plätzchen. Einfach ist hier auch das Stichwort, denn im Grunde ist mein Gewürzspkulatius nur ein Keksteig mit ein paar exotischen Gewürzen und einem schönen Motiv, wenn du im Besitz eines Nudelholzes mit Prägung bist. Alternativ lässt er sich sonst aber auch ganz einfach mit Mandelblättchen dekorieren. Im Rezept verwende ich Margarine. Wenn du keine magst, kannst du natürlich auch Butter verwenden. Tipp: Öl würde ich aufgrund der Konsistenz nicht empfehlen, denn der Teig muss wie die meisten Keksteige eine Weile im Kühlschrank liegen. Ein bis zwei Stunden sollten es mindestens sein, du kannst ihn aber auch zwei Tage dort lassen, falls du ihn vergisst, so wie ich. 😀 Trick 17: Wenn es draußen kalt ist (ca. 8°C), kannst du ihn auch beispielsweise auf dem Balkon kaltstellen. Die zuvor aufgelöste Butter verfestigt sich in der Zeit im Kalten wieder, was dir später hilft, wenn du den Teig ausrollen möchtest, denn dann bleibt er nicht so sehr am Nudelholz haften.

Frischer Spekulatius

INFO für Interessierte:
Weißt du eigentlich, woher der Spekulatius seinen Namen hat? Am weitesten verbreitet ist wohl die Annahme, der Spekulatius sei aus dem niederländischen spekelaatsje entlehnt. Eine weitere Ansicht ist, das Gebäck entspringe dem niederländischen speculaas, das sich auf den Heiligen Nikolaus bezieht, der den Beinamen Speculator bekam, da „er abends durch die Fenster in die Stuben der Armen sah, um zu helfen„. Aber auch die Idee, Spekulatius leite sich von dem lateinischen speculum (Spiegel) ab, wäre denkbar, da der Spekulatius in Backformen gebacken wurde, die das Motiv natürlich spiegelverkehrt zeigten. Daneben gibt es noch viele weitere Gedanken zum Ursprung, die du im Artikel „zur Etymologie von hd. ‚Spekulatius‘ , norw. ’spekulasi, spik(k)elasi‘, in Zusammenhang mit nl. ’speculatie, speculaas'“ der Zeitschrift Neuphilologische Mitteilungen, Band 84, Heft 4 des Jahrgangs 1983 auf Seite 522 nachlesen kannst. Direkt verlinkt habe ich dir die Seite auch oben im Zitat.
Egal, wo sein Ursprung liegt, der Spekulatius ist ein unverwechselbares Gebäck, das mir eigentlich nicht nur zu Nikolaus schmeckt, sondern bereits jetzt. 🙂

Der Teig reicht für 33 Spekulatiuskekse. 

  • 2 Bio-Eier
  • 200g Zucker
  • 100g Pflanzenmargarine 
  • 300g Dinkelmehl
  • 3 TL gemahlener Zimt
  • 1/2 TL Kardamom
  • 1/4 TL gemahlene Nelken
  • 1 TL Honig
  • 3 EL Milch
  • 30g Mandelblättchen
  1. Die Eier schlägst du mit dem Zucker und der Margarine schaumig auf. 
  2. Danach rührst du das Mehl und die Gewürze unter. 
  3. Nun formst du eine Kugel und wickelst sie in ein Bienenwachstuch oder Frischhaltefolie ein und legst sie für 1-2 Stunden oder über Nacht in den Kühlschrank. 
  4. Bevor du den Teig gemächlich auf 3-4mm Dicke ausrollst, bestäubst du deine Arbeitsfläche und dein Nudelholz mit Mehl. Damit der Teig beim Ausrollen nicht auseinander bricht, empfehle ich, immer nur in eine Richtung zu rollen und die Bewegung langsam, aber mit Druck auszuüben. 
  5. Mit einer rechteckigen Ausstechform trennst du nun die Spekulatius (das ist tatsächlich der Plural) heraus und legst sie auf ein Blech. 
  6. Den übrigen Teig formst du wieder zu einer Kugel, rollst sie wieder aus, stichst wieder Rechtecke aus und legst diese wieder auf das Blech, bis möglichst kein Teig mehr übrig ist. 
  7. In einem kleinen Schälchen erhitzt du die Milch – lauwarm genügt. Darin löst du den Honig auf. Mit einem Pinsel bepinselst du die Spekulatius. Darauf verteilst du die Mandelblättchen. 
  8. Zum Schluss backst du sie im Ofen bei 200°C für circa 10min. Du solltest sie spätestens heraus nehmen, wenn die Ecken leicht bräunlich werden. Es ist ganz normal, dass die Kekse im ersten Moment weich sind. Sobald sie abgekühlt sind, werden sie jedoch hart. Vollständig erkaltet kannst du sie in einer Keksdose lagern. 
Am liebsten genieße ich sie aber noch lauwarm.

Eigentlich wollte ich ein paar der guten Stücke verschenken, aber wir fanden den Gewürzspekulatius so lecker, dass er schon nach drei Tagen aufgegessen war. Macht nichts, bis Weihnachten ist noch eine Menge Zeit und ich werde ihn bis dahin bestimmt noch öfter backen. 🙂 Und nun zu guter Letzt: Was glaubst du, woher der Spekulatius seinen Namen hat und welcher ist dein liebster? 

Ein Kommentar zu “Einfacher Gewürzspekulatius

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