Flammkuchen – fünf mal anders

Flammkuchen – ein hauchdünner Fladen bestrichen mit einer gut gewürzten Creme, belegt mit rauchigem Schinken und Zwiebelscheibchen, dann im Ofen leicht geküsst von den Flammen des Holzkohlefeuers –  das ist, wie meine Familie ihn kennt und liebt. Er ist kross, cremig und würzig zugleich – die perfekte Symbiose. 

Meist steht er im Schatten seiner großen Schwester – der Pizza. Doch wieso eigentlich? Ich finde, er ist mindestens genauso wandlungsfähig, denn auch hier sind der Kreativität beim Belegen des guten Stücks keine Grenzen gesetzt. Hast du schon mal probiert, wie er mit gehackten Walnüssen und Brombeeren, Lachs und Frühlingszwiebeln oder Parmaschinken, Rucola und Cocktailtomaten schmeckt? Ja? Dann hol dir hier neue Inspirationen!

Wie belegst du am liebsten deinen Flammkuchen?
Meine fünf liebsten Flammkuchenrezepte habe ich hier für dich zusammengetragen: 

  • Der Klassiker: Flammkuchen Elsässer Art
  • Mediterran: Flammkuchen mit Zucchinischeibchen, sonnengetrockneten Tomaten und gerösteten Pinienkernen
  • Herzhaft trifft süß: Flammkuchen mit Birnen, Preißelbeergelee und Ziegenkäse
  • Herbstlich: Flammkuchen mit Kürbisstreifen und roten Zwiebeln
  • Wie aus 1001 Nacht: Flammkuchen mit Feigen, Ziegenfrischkäse und Honig 
Mein Grundrezept für Flammkuchenteig

Zutaten für ein Blech 

  • 180g Dinkelmehl, Typ 630 oder 1050
  • 1 TL Salz
  • 3 EL Rapsöl oder Sonnenblumenöl
  • 8-10 EL Wasser
  1. Den Ofen heizt du samt Blech auf circa 230°C vor. 
  2. Für den Teig vermischst du das Dinkelmehl mit dem Salz. 
  3. Anschließend rührst du das Öl unter. 
  4. Nun gibst du immer je 2 EL Wasser zum Teig und knetest sie ein, bis der Teig elastisch ist und nicht mehr bröselt, aber auch noch nicht klebt. 
  5. Auf einem Backpapier oder einer Backmatte rollst du den Teig hauchdünn aus, bestreichst ihn mit Creme und bestückst ihn mit deinem Lieblingsbelag. 
  6. Zum Schluss ziehst du ihn schnell auf das heiße Blech und backst ihn auf unterster Schiene 5min und danach nochmal 10min auf mittlerer Schiene. 

Der Flammkuchen sättigt ein bis zwei Personen. 

Der Klassiker

Für den Klassiker nehme ich Schinken, der eine schöne Marmorierung aufweist und nicht zu viel Fettanteil hat. Ob geräuchert oder nicht, ist hierbei Geschmackssache, genauso wie die Wahl zwischen Gemüsezwiebel und roter Zwiebel. Wenn ich geräucherten Speck verwende, bevorzuge ich die Gemüsezwiebel, da die leicht fruchtige Note der roten Zwiebel für mich hier störend wirkt. Als besonderes Extra garniere ich meinen Flammkuchen Elsässer Art mit frischer Gartenkresse und gebe ihm damit einen besonders würzigen Geschmack.

Für den Klassiker brauchst du

  • Flammkuchenteig
  • 200g Bio Crème fraîche
  • 3 Zweige Rosmarin
  • Salz und Pfeffer
  • 150g Bio-Schinken
  • 1-2 Zwiebeln
  • 1 handvoll Kresse
  1. Zuerst zupfst du die Blätter von den Zweigen ab und hackst sie. 
  2. Anschließend vermischst du sie mit der Crème fraîche und schmeckst das Gemisch mit Salz und Pfeffer ab, bevor du die Creme auf dem ausgerollten Teig verstreichst. 
  3. Den Schinken schneidest du in Streifen, die Zwiebel in Scheibchen und verteilst beides auf der Creme. 
  4. Nach dem Backen bestreust du deinen Flammkuchen mit der Kresse.

Mediterran

Das schmeckt nach Urlaub am Sandstrand im Schatten der Pinienbäume mit Blick auf schroffe Felsen und das rauschende Meer! Frische Zucchini aus dem (Balkon-)Garten in Scheibchen geschnitten auf einem Bett aus pikanter Creme neben aromatischen, sonnengetrockneten Tomaten und duftenden, gerösteten Pinienkernen.

Bei der Zucchini achte ich darauf, dass sie möglichst klein ist, so trumpft sie mit ihrem geballten Aroma auf und enthält relativ wenig Flüssigkeit. Ist sie doch mal recht wässrig, die Scheibchen einfach etwas salzen und für 10min ziehen lassen – so verliert die Zucchini Wasser.

Für den Flammkuchen mediterraner Art brauchst du 

  • Flammkuchenteig
  • 200g Bio Crème fraîche
  • 1 Knoblauchzehe
  • 3 TL getrocknete Italienische Kräuter (Basilikum, Oregano, Thymian, Rosmarin)
  • 1 TL getrocknete Chiliflocken
  • Salz und Pfeffer
  • 1 kleine Zucchini
  • 100g getrocknete Tomaten
  • 50g Pinienkerne
  • Olivenöl oder Chiliöl
  • Pfeffer
  • frische Basilikumblätter
  1. Die Knoblauchzehe presst du und rührst sie zusammen mit den italienischen Kräutern und den Chiliflocken unter die Crème fraîche. Anschließend verstreichst du die Creme auf dem ausgerollten Flammkuchenteig. 
  2. Die Zucchini schneidest du in dünne Streifen und belegst damit den Flammkuchen. 
  3. Die getrockneten Tomaten schneidest du grob in kleinere Stückchen und verteilst sie ebenfalls auf dem Teig und backst ihn im Ofen. 
  4. Die Pinienkerne röstest du in einer Pfanne ohne Öl kurz an, bis sie leicht gebräunt sind und verteilst sie nach dem Backen auf dem Flammkuchen. 
  5. Zum Schluss träufelst du zügig etwas Olivenöl oder Chiliöl über den Flammkuchen, gibst frisch gemahlenen Pfeffer darüber und dekorierst ihn mit einigen Blättern Basilikum.

Herzhaft trifft süß

Fruchtig-frisch und dennoch ein echter Seelenwärmer in der kalten Jahreszeit ist diese Kombination aus Birnen, Ziegenkäse und Preißelbeeren. Den weichen, milden Birnen wird hierbei der kräftige Ziegenkäse gegenübergestellt. Verbunden wird beides durch die bitter-süßen Preißelbeeren. So entfacht das Trio wahrlich ein Feuerwerk im Mund, das nicht nur zu Silvester der Knaller ist.

Für den herzhaft-süßen Flammkuchen brauchst du

  • Flammkuchenteig
  • 200g Bio Crème fraîche
  • 5 Zweige Thymian
  • Salz und Pfeffer
  • 100g Bio Ziegenkäse in Form einer Rolle
  • 1 Birne
  • Preißelbeergelee nach Geschmack
  1. Die kleinen Blättchen rupfst du vom Stängel ab und rührst sie unter die Crème fraîche. Die Creme schmeckst du mit Salz und Pfeffer ab, bevor du sie auf den ausgerollten Flammkuchenteig streichst. 
  2. Die Rolle Ziegenkäse schneidest du in Scheiben und belegst damit den Teig. 
  3. Die Birne schneidest du in dünne Streifen und legst sie ebenfalls auf den Teig. 
  4. Nachdem der Flammkuchen gebacken ist, gibst du kleine Häufchen Preißelbeergelee darauf. 

Herbstlich

Kürbis und Herbst – das gehört einfach zusammen. Das leuchtend orange Gemüse macht sich übrigens auch auf dem Flammkuchen toll und kommt noch besser neben roten Zwiebeln zur Geltung. Ob du Butternut, Hokkaido oder eine andere Kürbissorte wählst, bleibt dir überlassen. Am liebsten greife ich zum Hokkaido, denn er harmoniert mit der Fruchtigkeit der roten Zwiebel und unterstreicht gleichzeitig auch ihren würzigen Charakter, wodurch er eine tolle Würzigkeit mit Süße auf dem Teig kreiert.

Für den herbstlichen Flammkuchen brauchst du

  • Flammkuchenteig
  • 200g Bio Crème fraîche
  • 1 Zweig Salbei
  • Salz und Pfeffer
  • 1/4 Hokkaido
  • 1-2 rote Zwiebeln
  • Walnüsse
  1. Zuerst zupfst du die Blätter vom Salbei ab und hackst sie fein, bevor du sie unter die Crème fraîche rührst, die Creme mit Salz und Pfeffer abschmeckst und sie auf dem Flammkuchenteig verstreichst. 
  2. Den Hokkaido schneidest du, am besten mit einem großen, scharfen Messer, in feine Streifen, die du dann auf den Teig legst. 
  3. Die Zwiebel schneidest du in Scheibchen und verteilst diese ebenfalls auf dem Teig. Zum Schluss backst du ihn.
  4. Die Walnüsse hackst du und verstreust sie nach dem Backen auf dem Flammkuchen. 

Wie aus 1001 Nacht

Beim Gedanken an das Märchen habe ich sofort süße Granatäpfel, ein prunkvolles Zelt mitten in der Wüste und exotische Gewürze im Kopf. Der bodenständige Flammkuchen aus dem Elsass und die sinnliche Leichtigkeit des Orients? Passen perfekt zusammen!
Damit du zum Schluss nicht große Honigklumpen auf dem Flammkuchen hast, empfehle ich Waldhonig zu nehmen; der ist meistens flüssiger.

Für den Flammkuchen wie aus 1001 Nacht brauchst du

  • Flammkuchenteig
  • 200g Bio Crème fraîche
  • ein paar Blätter frische Minze
  • 1/2 TL Zimt 
  • Salz und Pfeffer
  • 100g Bio Ziegenfrischkäse
  • 3-4 Feigen
  • Waldhonig
  1. Die Minze hackst du fein und mischst sie zusammen mit dem Zimt in die Crème fraîche ein. Dann schmeckst du die Creme mit Salz und Pfeffer ab und verstreichst sie auf dem Flammkuchenteig. 
  2. Die Feigen schneidest du in Schiebchen und belegst damit den Teig. 
  3. Mit einem Messer oder einem Löffel nimmst du kleine Portionen vom Ziegenfrischkäse ab und legst sie auf den Teig. 
  4. Nach dem Backen träufelst du zügig etwas Waldhonig über deinen Flammkuchen. 

3 Kommentare zu „Flammkuchen – fünf mal anders

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